Vom Architektenwettbewerb zum Neubau

NEUBAU ALS HERAUSFORDERUNG

Der Neubau des Petershof ist eine Herausforderung: Auf einem eher kleinen, trapezförmigen Grundstück mit beachtlichen Höhenunterschieden sind die Funktionen Pfarrzentrum und Seniorenwohnen städtebaulich geschickt und architektonisch funktional zu verbinden.

BESTE LÖSUNG DURCH WETTBEWERB

Die beste Lösung für eine anspruchsvolle Gestaltungaufgabe entsteht im Wettbewerb unter verschiedenen Architekten. Im Mai 2016 wurde von der Gemeinde – unter Einbeziehung des Erzbistums Köln – ein Architektenwettbewerb ausgelobt. Er unterlag dem verbindlichen Regelwerk der Architektenkammer NRW: Anonymisierte Einreichung von Entwürfen für die Lage, die Grundrisse, die Außenanlagen sowie eines Modells des Neubaus im Maßstab 1:500.

Basis für den Wettbewerb war ein für alle Teilnehmer verbindlicher Auslobungstext, durch den wesentliche Anforderungen an das Gebäude – mit den Funktionen Wohnen und Pfarrzentrum – formuliert wurden.

Im Rahmen des Wettbewerbs wurden insgesamt fünf Entwürfe von renommierten Architekturbüros aus Nordrhein-Westfalen anonymisiert eingereicht.

PREISGERICHT

Die Bewertung der Entwürfe erfolgte durch eine mit neun Sach- und Fachrichtern besetzte Jury unter Leitung von Prof. Dipl.-Ing. Gerber, Bergische Universität Wuppertal.

Zu den Fachpreisrichtern gehörte u.a. der Diözesanbaumeister des Erzbistums Köln, Dipl.-Ing. Martin Struck, Prof. Jörg Springer, Bauhaus-Universität Weimar und Vertreter des Amtes für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt Essen. Von der Gemeinde waren Pfarrer Sven Goldhammer und Vertreter aus dem Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat beteiligt.

BEWERTUNGSKRITERIEN

Das Augenmerk des Preisgerichts bei seiner Bewertung lag sowohl auf der städtebaulichen Anordnung als auch auf der inneren Organisation der Gebäudeentwürfe. Die Beurteilung der geforderten Funktionsverteilung zwischen Wohnen und Pfarrzentrum, die Adressbildung, die äußere Gestaltung und deren architektonische Qualität gehörten zu den maßgebenden Kriterien.

DIE ENTSCHEIDUNG

Am 30. September 2016 fiel die Entscheidung der Jury: Einstimmig. Erst danach wurde die Anonymität der Entwürfe aufgehoben: Der Siegerentwurf stammt von Halfmann Architekten, Köln. Der 2. Preis ging an dreibund architekten, Bochum, der 3. Preis an das Büro Zamel Krug Architekten, Hagen.

Ansicht Haupteingang Petersplatz
Südwestansicht Straßenseite
Südostansicht Haupteingang
Nordostansicht
Nordwestansicht

Prämierter Entwurf von Halfmann Architekten (1. Preis)

DIE BEGRÜNDUNG

Der Entwurf für den Petershof von Halfmann Architekten – überzeugte das Preisgericht in besonderer Weise. In der schriftlichen Bewertung der Jury heißt es:

Mit dem Entwurf von Halfmann Architekten gelingt eine originelle, städtebaulich und architektonisch gleichermaßen überzeugende Konzeption, die die funktional getrennten Bereiche des Pfarrzentrums und der Seniorenwohnungen geschickt verbindet.

Anstatt den Gebäudekomplex entlang der Straßenflucht der Hauptstraße zu konzipieren, was zu einer engen Frontstellung in Bezug auf das gegenüber belegene, durchgehende Gebäude des St.  Josefshauses führen müsste, schafft der prämierte Entwurf überraschend neue Freiräume:

Auf der östlichen Seite entsteht ein einladender Gemeindeplatz über den das Pfarrzentrum sowohl von der Ruhrstraße aus als auch über den Durchgang vom St. Josefshaus gut erreichbar ist. Der trichterförmige Platz führt über den Eingang in ein großzügiges Foyer, über das die Räume des Pfarrzentrums im Erdgeschoss verbunden werden. Die Hauptfläche des Pfarrzentrums besteht aus einem mehrfach teilbaren Saal, der sowohl für Veranstaltungen, Gremiensitzungen, Vorträge oder (Musik-)Aufführungen geeignet ist. Daneben gibt es einen separaten Gruppenraum, eine Küche und weitere Funktionsräume.  …

Durch die zurückgesetzte, nicht am Straßenraum orientierte Positionierung der Wohngebäude entstehen für die Bewohner und Besucher großzügige Freiräume, Sichtbeziehungen und Abstände zur Nachbarbebauung. …

Und im Erläuterungsbericht des prämierten Entwurfs von Halfmann Architekten steht:

Die städtebauliche Setzung des Neubaus, seine Anbindung an den neuen Gemeindeplatz und die einladende Architektur bilden einen Ort der Identifikation mit dem Gemeindeleben und schaffen ein offenes Haus für Bewohner und Gäste, in dem die Begegnung aller Generationen im Mittelpunkt steht und in dem Weite und Geborgenheit kein Widerspruch sind.“

DAS ERGEBNIS

Das Ergebnis des Architektenwettbewerbs kann sich sehen lassen: Eine städtebaulich und architektonisch anspruchsvolle Aufgabe wurde mit Bravour gelöst.

Der prämierte Entwurf von Halfmann Architekten ist die Grundlage für den Neubau des Petershof. Auf dieser Basis hat das Projektteam der Gemeinde zusammen mit dem Architekten und den Fachplanern die Genehmigungs- und Ausführungsplanung in Angriff genommen, die nun mit dem Neubau Schritt für Schritt realsiert wird. Der neue Petershof entsteht!

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